Diefenbach erweitert eigenes Produktionsspektrum

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Nachdem in den vergangenen Jahren umfangreich in den Ausbau von individuell gefertigten Schaumstoffverpackungen investiert wurde, hat auch das Jahr 2016 mit der Erweiterung des Maschinenparks begonnen.
„Mit unserer neuen digitalen Druckmaschine sind wir nun in der Lage, Zuschnitte, Wellpappe, Kartons und fertige Faltschachteln in Kleinstserien ab einem Stück kostengünstig in hoher Qualität farbig zu bedrucken", erklärt Geschäftsführerin Jutta Diefenbach.
Mit dem innovativen D3-Verfahren (Diefenbach-Direkt-Druck) können Materialbreiten von 2500mm mit einer Materialstärke von 2-28mm verarbeitet werden. Die Länge ist flexibel. Ob farbige Logos, notwendige Sicherheitshinweise oder hochauflösende Bilder, mit einer Druckqualität von bis zu 1080 dpi findet die Kartonagen-Bedruckung ohne Klischee-Einsatz statt und hat somit minimale Vorlaufkosten.

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Jutta Diefenbach garantiert die Sicherheit beim Transport.
Dafür tritt sie schon mal eine Lampe die Rampe runter.
© Christian Beier

13.07.15 - Solinger Tageblatt - von Wolfgang P. Getta

Frauen in Führungspositionen
Wer Chinesisch lernen kann, kann sich auch wirtschaftliches Wissen aneignen: Nach diesem Motto stieg Jutta Diefenbach im Jahr 2000 zunächst als kaufmännische Angestellte in die 1876 gegründete elterliche Familienfirma Diefenbach in Wald ein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Verpackungen. Seit 2004 ist sie als Geschäftsführerin die Chefin von 40 Mitarbeitern, die meist schon lange dabei sind.
Die sieben Frauen unter ihnen sind nicht ohne Grund in der Verwaltung tätig: Die körperliche Arbeit in der Produktion ist anstrengend. Holz, Wellpappe und Schaumstoff sind die Materialien, aus denen bei Diefenbach mehrere hundert Sorten von Verpackungen hergestellt werden. Kleine Stückzahlen sind die Spezialität. „Wir verkaufen keinen Karton, sondern sicheren Transport", lautet die Devise.

FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN
Ob eine Verpackung dieses Versprechen erfüllt, das überprüfte die Chefin auf sehr eigenwillige Weise an einem Karton, der für eine Dinnebier-Designerleuchte entwickelt worden war. „Den habe ich von der rund einen Meter hohen Rampe getreten. Da wurde mein Mitarbeiter blass. Die Leuchte war unversehrt." Um die richtige Verpackung herzustellen, muss man das Gewicht der Ware kennen, den Transportweg und die klimatischen Verhältnisse. Die Details klären die Außendienstmitarbeiter vorab beim Kunden. Seit drei Jahren gibt es bei Diefenbach eine neue Abteilung: Die PE-Schaumstoff-Verarbeitung fertigt Einsätze für Kartons: Innenleben zum Schutz der Ware.
Für ihre Position brachte Jutta Diefenbach laut eigener Einschätzung aus China eine entscheidende Erfahrung mit: „Das Wichtigste sind die zwischenmenschlichen Beziehungen: Respektvoller Umgang ist Voraussetzung für ein gutes Betriebsklima. Dieses wiederum motiviert die Mitarbeiter."

Arbeitssicherheit ist bei Diefenbach Chefsache. Großen Wert legt die Chefin auf präventive Gesundheitsmaßnahmen. Wenn die Krankenkasse diese nicht bezahlt, werden die Kosten, etwa für Rückenschulung oder Entspannungskurse, übernommen.

Diefenbach ist offen für Innovationen
In dem Betrieb – im Stammsitz an der Rosenkamper Straße und im Zweigwerk am Fallerslebenweg – haben Sauberkeit und Umweltschutz hohen Stellenwert. 2011 bekam das Unternehmen das Ökoprofit-Zertifikat. Ein Abfallmanagement senkte die Entsorgungskosten. Neue Stromleitungen verringerten den Energieverbrauch ebenso wie dichte Luftdruckleitungen und neue Kompressoren.
Diefenbach probiere gern mal etwas aus und sei offen für Innovationen. Als Beispiel fällt ihr der neue Klebe- und Heftautomat ein, der vor einigen Jahren angeschafft wurde. Gegen den erbitterten Widerstand der Mitarbeiter in der Produktion sei dieser Automat per Rollenbahn mit der Schlitz- und Rillmaschine verbunden worden. Ergebnis: „Dadurch haben wir viele Arbeitsgänge eingespart."
Die Diefenbach-Chefin hat sich dem Kampf gegen die Parole „Das haben wir immer so gemacht!" verschrieben. Sie hat aber auch gelernt, ihre eigenen Grenzen zu erkennen. „Man kann nicht alles können. Dann hole ich mir einen Experten."
In den elf Jahren an der Firmenspitze hat Diefenbach erkannt: „Jeder Mensch hat etwas Besonderes. Meine Aufgabe als Chefin ist es, dies herauszufinden und den Mitarbeiter entsprechend einzusetzen. Manchmal muss man eben eine Stelle auf das Talent des Mitarbeiters zuschneiden."

KARRIERE ALS ÜBERSETZERIN STUDIUM
Jutta Diefenbach studierte in den 1980er Jahren an der Uni Bonn Chinesisch, Indonesisch sowie Internationale Politik und erwarb das Diplom als Übersetzerin für Chinesisch. JOBS In dieser Funktion arbeitete sie am Goethe-Institut in Peking und unterrichtete im chinesischen Bergbauministerium Deutsch als Fremdsprache für Mediziner, die nach Deutschland gehen wollten. Ab 1996 war sie in der Wirtschaftsabteilung der taiwanesischen Vertretung in Bonn als Übersetzer tätig und nutzte somit ihre Sprachkenntnisse.

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1392913334-94a7f7c3-0e11-429f-9687-9efb6b88c6cf-12spfeeISga6Jutta Diefenbach im Gespräch mit Dr. Michael Schlipköter von der Mozart AG, der sich vor Ort über die Lösung ihrer Lagerprobleme erkundigte. © Christian Beier - 17.06.15 - Solinger Tageblatt

Diefenbach vervierfacht Lagerfläche
Jutta Diefenbach leitet das seit 139 Jahre bestehende Unternehmen Diefenbach Verpackungen in der fünften Generation. Wer denkt, die Geschäftsführerin wisse immer genau, was sie tut, der hat sicher recht, oder auch nicht. Denn über die Jahre tauchte ein Problem auf. Diefenbach erzählte beim Termin mit Kollegen aus der Industrie in ihrem Werk 2 am Fallerslebenweg: „Irgendwann konnten wir in unseren Hallen nicht mehr treten, wir brauchten ein Konzept."

Die Kollegen waren auf Einladung der Industrie- und Handelskammer und der Effizienzagentur NRW nach Wald gekommen, um zu erfahren, wie man die Problemlösung anging. Zunächst bekamen die Besucher eine Führung durch die Hallen, in denen nicht nur gelagert, sondern auch produziert wird. Wo heute Hochregale stehen, da lagen bis 2013 viele der Waren auf Paletten nebeneinander. „Manchmal mussten wir lange suchen, bis wir etwas fanden", beschreibt Jutta Diefenbach das Dilemma des Produktionsalltags.
An dieser Stelle kommt die Effizienzagentur NRW ins Spiel, die an der Kölner Straße 9 auch ein Regionalbüro unterhält. Agentur-Mitarbeiter Michael Niemczyk beschreibt den Weg: „Wir erstellen mit den Unternehmen dann ein Beratungsprojekt. Das machen wir kostenlos" Dabei wird ein Unternehmensberater hinzugezogen, den der Kunde der Agentur aber zahlen muss. Diefenbachs erhielten dafür einen 50-prozentigen öffentlichen Zuschuss.

Projekte sollen Kosten senken und gleichzeitig die Umwelt schonen
Denn das zuschusswürdige Projekt hilft,, von Anfang bis Ende auch den Umweltschutz in den Fokus zu rücken. Alles was effizienter wird, schont am Ende Ressourcen der Umwelt. Bei Diefenbachs gelang dies durch eine Vervierfachung der Lagerkapazitäten. Nachdem 2013 analysiert wurde, stand im Anschluss die Umsetzung an. „Wir haben dazu Workshops durchgeführt", sagte Diefenbach. Zudem weiß sie eins genau: „Man muss die Mitarbeiter einbinden." Eine neue EDV ist am Start, die Lagerverwaltung wird ausgebaut. Und nach Werk 2 kommt im nächsten Jahr zusammen mit der Agentur Werk 1 am Rosenkamp auf den Prüfstand. Aus gutem Grund, wie Diefenbach beim Ortstermin mit den Kollegen berichtete: „Wir haben erhebliche finanzielle Vorteile erzielen können."
Von Philipp Müller

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