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Jutta Diefenbach garantiert die Sicherheit beim Transport.
Dafür tritt sie schon mal eine Lampe die Rampe runter.
© Christian Beier

13.07.15 - Solinger Tageblatt - von Wolfgang P. Getta

Frauen in Führungspositionen
Wer Chinesisch lernen kann, kann sich auch wirtschaftliches Wissen aneignen: Nach diesem Motto stieg Jutta Diefenbach im Jahr 2000 zunächst als kaufmännische Angestellte in die 1876 gegründete elterliche Familienfirma Diefenbach in Wald ein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Verpackungen. Seit 2004 ist sie als Geschäftsführerin die Chefin von 40 Mitarbeitern, die meist schon lange dabei sind.
Die sieben Frauen unter ihnen sind nicht ohne Grund in der Verwaltung tätig: Die körperliche Arbeit in der Produktion ist anstrengend. Holz, Wellpappe und Schaumstoff sind die Materialien, aus denen bei Diefenbach mehrere hundert Sorten von Verpackungen hergestellt werden. Kleine Stückzahlen sind die Spezialität. „Wir verkaufen keinen Karton, sondern sicheren Transport", lautet die Devise.

FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN
Ob eine Verpackung dieses Versprechen erfüllt, das überprüfte die Chefin auf sehr eigenwillige Weise an einem Karton, der für eine Dinnebier-Designerleuchte entwickelt worden war. „Den habe ich von der rund einen Meter hohen Rampe getreten. Da wurde mein Mitarbeiter blass. Die Leuchte war unversehrt." Um die richtige Verpackung herzustellen, muss man das Gewicht der Ware kennen, den Transportweg und die klimatischen Verhältnisse. Die Details klären die Außendienstmitarbeiter vorab beim Kunden. Seit drei Jahren gibt es bei Diefenbach eine neue Abteilung: Die PE-Schaumstoff-Verarbeitung fertigt Einsätze für Kartons: Innenleben zum Schutz der Ware.
Für ihre Position brachte Jutta Diefenbach laut eigener Einschätzung aus China eine entscheidende Erfahrung mit: „Das Wichtigste sind die zwischenmenschlichen Beziehungen: Respektvoller Umgang ist Voraussetzung für ein gutes Betriebsklima. Dieses wiederum motiviert die Mitarbeiter."

Arbeitssicherheit ist bei Diefenbach Chefsache. Großen Wert legt die Chefin auf präventive Gesundheitsmaßnahmen. Wenn die Krankenkasse diese nicht bezahlt, werden die Kosten, etwa für Rückenschulung oder Entspannungskurse, übernommen.

Diefenbach ist offen für Innovationen
In dem Betrieb – im Stammsitz an der Rosenkamper Straße und im Zweigwerk am Fallerslebenweg – haben Sauberkeit und Umweltschutz hohen Stellenwert. 2011 bekam das Unternehmen das Ökoprofit-Zertifikat. Ein Abfallmanagement senkte die Entsorgungskosten. Neue Stromleitungen verringerten den Energieverbrauch ebenso wie dichte Luftdruckleitungen und neue Kompressoren.
Diefenbach probiere gern mal etwas aus und sei offen für Innovationen. Als Beispiel fällt ihr der neue Klebe- und Heftautomat ein, der vor einigen Jahren angeschafft wurde. Gegen den erbitterten Widerstand der Mitarbeiter in der Produktion sei dieser Automat per Rollenbahn mit der Schlitz- und Rillmaschine verbunden worden. Ergebnis: „Dadurch haben wir viele Arbeitsgänge eingespart."
Die Diefenbach-Chefin hat sich dem Kampf gegen die Parole „Das haben wir immer so gemacht!" verschrieben. Sie hat aber auch gelernt, ihre eigenen Grenzen zu erkennen. „Man kann nicht alles können. Dann hole ich mir einen Experten."
In den elf Jahren an der Firmenspitze hat Diefenbach erkannt: „Jeder Mensch hat etwas Besonderes. Meine Aufgabe als Chefin ist es, dies herauszufinden und den Mitarbeiter entsprechend einzusetzen. Manchmal muss man eben eine Stelle auf das Talent des Mitarbeiters zuschneiden."

KARRIERE ALS ÜBERSETZERIN STUDIUM
Jutta Diefenbach studierte in den 1980er Jahren an der Uni Bonn Chinesisch, Indonesisch sowie Internationale Politik und erwarb das Diplom als Übersetzerin für Chinesisch. JOBS In dieser Funktion arbeitete sie am Goethe-Institut in Peking und unterrichtete im chinesischen Bergbauministerium Deutsch als Fremdsprache für Mediziner, die nach Deutschland gehen wollten. Ab 1996 war sie in der Wirtschaftsabteilung der taiwanesischen Vertretung in Bonn als Übersetzer tätig und nutzte somit ihre Sprachkenntnisse.
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